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Ferienprogramm mit Praxistag in den Werkstätten der HWK Landshut

Die Schreinerinnung Landshut, vertreten durch Stefan Rettenberger , Hans Vogt und St.Obermeister Georg Bachmayer bauten mit den Kindern eine Werkzeugkiste.

"Ein Zeitaufwand, der es wert ist"

Bericht von Florian Pichlmaier Landshuter Zeitung 01.09.2018

Gesellen Freisprechungsfeier Schreiner Landshut 2018

Bericht von Thomas Kletschke für die Landshutzer Zeitung Ausgabe 28.07.2018 Seite 34

Bald wird Kilian Daxauer mit einem  weiteren  Gesellen auf die Walz gehen. „Zuerst geht es  nach  Österreich“,  sagt  der 19-Jährige.  Danach  will  er  in  der Schweiz arbeiten – und generell viel in  Europa  herumkommen  in  den kommenden  drei  Jahren.  Dem  jungen Schreiner stehen viele Möglichkeiten  offen  –  schließlich  ist  sein Handwerk  überall  gesucht.  Besonders gern  genommen  sind  Fachleute,  die das in  Deutschland übliche duale  Ausbildungssystem  durchlaufen haben  und  den  Alltag  im  Betrieb ebenso  gut  kennen  wie  die  vielen Kniffe  und  Tricks,  die  man im  Unterricht lernt. In  Kluft  und  mit  Wanderbuch geht  es  auf  Wanderschaft.  Bei  der Tippelei bleibt natürlich das Gesellenstück  daheim  –  einen  Eichentisch schleppt man ja auch so schon nicht mit sich herum.

Daxauer wird seine  Gesellenstück  besonders  gut verwahren.  Denn  dafür  erhielt  er den  ersten  Preis  des  Innungs-Design-Wettbewerbs „Die gute Form“. Der Wettbewerb  führt  bis zur  Bundesebene. Die Ehrung wurde bei der Freisprechung  der  einen  Schreiner Gesellin  und  ihrer  15  männlichen Kollegen  vergeben,  die  am  Donnerstag  in  der  Staatlichen  Berufsschule ihre Abschlusszeugnisse und Gesellenbriefe erhielten.

Die  fertigen  Tischler  haben  jeweils  ein  eigenes  Gesellenstück  gefertigt.  Jeder  der  Schreibtische  ist so  individuell  wie  die  vormaligen Azubis. Ausgestellt werden die Stücke derzeit  im  Foyer  der  Berufsschule. Und nicht nur die im gesonderten  Design-Wettbewerb  prämierten  Stückemachen  was  her. Planung  und  Ausführung  zeigen, dass  sich  ein  Schreiner  mit  einem Möbel-Designer messen kann. Eigenes  Lernen,  die  Anleitung  durch Meister, Berufsschullehrer und Kollegen  wurden  dadurch von  Erfolg gekrönt.

Finanziell dürften sich die Gesellen  bald auch ganz gut stellen.  Denn die  Betriebe  in  und  um  Landshut sowie  weit darüber  hinaus  suchen nach  eigenem  Bekunden  händeringend  nach  Schreinern.  Das  gilt  für alle  Bereiche  dieses  Handwerks. Neben  der  guten  Konjunktur  ist auch  die  Berufswahl  der  Jugendlichen  einer  der  Gründe.  Denn  sind momentan  um  die  20  Azubis  pro Jahrgang an der Landshuter Schule Standard, seien  es  in  den 90er  Jahren  noch  50  gewesen,  schätzte  ein Meister  aus  Vilsbiburg  am  Rande der  Veranstaltung  gegenüber  der LZ.  „Schreiner  als  Modeberuf,  das war  einmal“,  sagte  er  bedauernd. Doch er und ein weiterer Firmeninhaber  aus  Landshut  deuteten  an, dass sich langsam wieder mehr junge  Menschen  für  den  Beruf  entscheiden. Etwa ein Drittel des aktuellen Jahrgangs lernte bei Betrieben aus  Landshut,  der  Rest  bei  Firmen aus der Umgebung. In  diesem  Jahr  erreichten  auch mehr  Tischler  Noten  mit  Durchschnitten  von  1,5  oder  besser .  Das Wichtigste  aber  bleibe  die  „Besessenheit,  Kreativität  und  Liebe  zum genauen  Arbeiten  mit  dem  Material“,  so  der  Vilsbiburger  Schreiner. Unabhängig davon, ob als ehrbarer Geselle auf der Walz  oder beim Direkteinstieg  in  ein  festes  Arbeitsverhältnis.